Nr. 3/2023

Der Pferdemensch der Sporthochschule

Matthias Bojer hat vermutlich mehr Stunden auf dem Rücken eines Pferdes verbracht als jeder andere auf dem Campus der Deutschen Sporthochschule Köln: Über 30.000 hat er ausgerechnet. Der gebürtige Norddeutsche ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Reitsportdozent am Institut für Outdoor Sport und Umweltforschung und hier Spezialist für Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung im Pferdesport. Neben Forschung und Lehre züchtet er auf seinem Hof in der Eifel Springpferde und bildet sie aus – bis sie beispielsweise mit Topreitern wie Ludger Beerbaum international an den Start gehen. Als Springreiter ist Bojer selbst erfolgreich und als Trainer gefragt. Und er sagt: „Wenn Leute auf einem Pferd sitzen, dann erkenne ich in kurzer Zeit, ob das gut geht, wer Erfahrung hat und wer nicht.“

Matthias Bojer fängt schon als Kind mit dem Reiten an. Seitdem sind Pferde aus seinem Leben – sowohl beruflich als auch privat – nicht mehr wegzudenken. Als Jugendlicher begeistert er sich zwar auch für Fußball und schafft es bis in die Niedersachsenauswahl, aber die Folgen eines Skiunfalls bremsen die Karriere mit dem Ball aus. Stattdessen konzentriert er sich auf das „Einreiten“ von Pferden und beginnt, damit Geld zu verdienen: „Das habe ich zwei Jahre lang fast hauptberuflich gemacht, manchmal bin ich am Tag zehn bis 15 Pferde geritten.“ Den Weg an die Deutsche Sporthochschule Köln und in die Wissenschaft findet Bojer nach seinem Abitur im Emsland eher über Umwege: „An der Sporthochschule war ein Kumpel von mir, da habe ich spaßeshalber mal am Eignungstest teilgenommen. Die Atmosphäre hat mich total begeistert“. Zu dem Zeitpunkt hatte er sich aber bereits für Wirtschaftsingenieurwesen in Wilhelmshaven eingeschrieben. Seine ältere Schwester glaubte hingegen nicht daran, dass ihn das glücklich machen würde und rief ihn nachts an, um ihm zu raten, „doch irgendetwas mit Sport zu machen“. So entschied sich Bojer, Sport und Geografie in Köln zu studieren und finanzierte sein Studium unter anderem, indem er Reitunterricht gab und Pferde ausbildete. Für seine Diplomarbeit, in der es um die Fitness von Reiter*innen geht, bekam er einen Forschungspreis und schrieb zusammen mit Prof. Dr Helmut Lötzerich das Buch „Fit im Sattel“. Den Bezug zu seiner Heimat verlor er nie aus den Augen. „Ich habe immer ein oder zwei Pferde von Züchtern in Norddeutschland gekauft, habe die in Köln ausgebildet und dann verkauft“.

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